68. Warnemünder Woche: Finale bei perfekten Bedingungen
![]() |
Starboote beim Start in Warmenünde . (Foto © Sören Klement / Warnemünder Woche) |
„Der Zustand ist einer internationalen Segelsportveranstaltung nicht würdig, wir haben das Beste daraus gemacht“, bilanziert Regattaleiter Jahnke dennoch zufrieden.
Star-Distriktmeister kommt aus Polen
Bis zum Schluss hart umkämpft war die Entscheidung bei den Distriktmeisterschaften der Starboote. Überraschend fuhr Thomas Müller mit
seinem Rostocker Vorschoter Mario Wagner in der letzten Wettfahrt als erster
durch das Ziel. Eine beeindruckende „Serie“ legten Michael Koch und Frithjof
Kleen (Berlin/Hamburg) hin. „Alle vier Rennen unter den Top Drei – das ist
mehr als wir erhofft hatten“, freut sich Koch über den zweiten Platz im
Gesamtresultat. Unzufrieden beendeten Robert Stanjek und Markus Koy
(Berlin/Hamburg) die Distriktmeisterschaften: „Der zehnte Platz hat uns
heute reingerissen, wir haben zuviel risikiert“, meint Koy betrübt. Auch für
den Polen Kusznierewicz lief es am letzten Tag nicht optimal: Lediglich ein
vierter Platz war für ihn drin. Der Gesamtsieg war dem Olympiasieger im Finn
Dinghy und Bronzemedaillist von 1996 dennoch nicht zu nehmen. Noch eine
Woche wird der sympathische, blonde Pole vor Warnemünde trainieren:
Sparingspartner sind Robert Stanjek und Frithjof Kleen.
German Open Beneteau 25 Sieger eine Klasse für sich
Der Sieger der German Open in der Klasse Bénéteau 25 stand schon vor den
letzten Rennen fest: Kai und Uwe Mares aus Kiel waren eine Klasse für sich
und lagen bei neun von elf Rennen an der Spitze. „Bei Leichtwind war es
heute bis kurz vor Schluss eng und spannend, gestern segelten wir drei
Rennen mit Riesenabstand vorn“, schätzt Steuermann Kai Mares (34) die
abschließenden Wettfahrten ein. Zum letzten Rennen war die Kieler Crew, zu
der auch der mehrfache Segel-Welt- und Europameister Uwe Mares (63) gehört, gar nicht mehr an den Start gegangen. „Wir sind nach Warnemünde gefahren, um den Sieg zu holen, hatten aber nicht mit einem so klaren Ergebnis gerechnet, denn die Spitze ist sehr eng.“
Mit den Worten „Das pascht scho“, verabschiedet sich der Finn-Dinghy Segler
aus Bayern, Michael Fellmann, von der 68. Warnemünder Woche. Der deutsche Olympiastarter von Athen, der sich momentan mehr auf sein Studium konzentriert, musste lediglich dem Russen Vladimir Krutskih den Vorrang lassen und erzielte am Ende einen guten zweiten Platz.
Ein Missgeschick hätte die Schweizer Crew Martin Rusterholz und Nils Löffler
fast den Gesamtsieg bei den Tornados gekostet: „Wir waren erster und hatten nicht bemerkt, dass am letzten Tag eine andere Bahn gesegelt wird“, erklärt Rusterholz die Disqualifikation in der ersten Wettfahrt des letzten Tages. Dennoch reichte es zum Gesamtsieg vor den Geschwistern Nowak aus Osnabrück.
Ungefährdet hingegen der Sieg für Gabriel Wicke und Hannes Wagner (Hannover) bei den 49ern, die acht von elf Wettfahrten für sich entschieden.
„Wir mussten erst ein bisschen warm werden, aber dann lief’s wunderbar“,
freuen sich die Studenten aus Kiel, die im August bei der Europameisterschaft vor Kopenhagen an den Start gehen.
Ebenso eindeutig die Sache bei den 14Footer: Peter Roocks und Ole Klinger
konnten vor Beendigung der Wettfahrten ihr Schiff schon verstauen: Ihnen war der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. „Schade, dass so wenige am Start waren, doch der Freitag und die Tatsache, dass wir eigentlich im Yachthafen Hohe Düne bleiben sollten, hat viele abgeschreckt“, erklärt die Zweitplatzierte Bettina Möller (Stralsund). 2008 hofft sie auf eine größeres Feld: Dann findet die Weltmeisterschaft des internationalen 14-Fuß-Dinghis vor Warnemünde statt.
„Nach vier Wettfahrten habe ich mich heute wie 69 gefühlt“, gesteht der
Senior des fast ausnahmslos jugendlichen Starterfeldes bei den Mistrals
Klaus Kohlmeier aus Berlin. Seit 30 Jahren surft der 69-Jährige vor allem an
der Havel. Bei der Warnemünder Woche treibt er seit sechs Jahren „die Jugend vor sich her“ und landet 2005 auf Rang 31. Sieger wurde André Hartung aus Kiel vor Romy Kinzl (Hamburg).
Fazit und Bilanz
Neun Tage lang war das Warnemünder Revier Austragungsort hochrangiger
Segelregatten. Insgesamt nahmen knapp 2000 Segler aus 31 Nationen in 28
Bootsklassen teil. „Die Warnemünder Woche hat einmal mehr bewiesen, dass
Rostock ein kulturelles, sportliches und wirtschaftliches Zentrum an der
Ostseeküste ist“, betont Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling beim
Regattaempfang und lobte insbesondere das Engagement der vielen
ehrenamtlichen Helfer. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte neben dem Besuch des Kommodore des Deutschen Challenger Yachtclubs (DCYC), Willy Kuhweide, der Laser Europa-Cup mit 255 Aktiven, den der Australier Tom Slingsby für sich entscheiden konnte. Bester deutscher Segler: Simon Grotelüschen auf Rang zwei. Auch bei den Frauen dominierten in der ersten Wochenhälfte die ausländischen Teilnehmerinnen: Die Laser Radial Wettbewerbe gewann die Weißrussin Tatiana Drozdovskaya. Beste deutsche Teilnehmerin war Fanziska Goltz aus Schwerin auf Rang neun.
Aus der Ukraine kommt die Siegerin bei den Yngling-Damen: Ruslana Taran verwies die Berlinerin Ulrike Schümann auf Rang zwei. Erwartungsgemäß gut schnitten die Kadersegler des Deutschen Segler-Verbandes im 470er ab: Zellmer/Seelig (Berlin) siegten vor Walter/Struckat (Berlin). Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Auch ihr Trainier, Dr. Malte Philipp, beendete die Wettfahrten im Drachen als Erster
Opfer der Wetterkapriolen zur Veranstaltungsmitte waren die 58 teilnehmenden Yachten der Langstreckenregatta Rund Bornholm: 44 gaben auf – entweder aufgrund des starken Windes zu Beginn oder aufgrund der Flaute zum Ende hin. Auch für den Rekordbruch der MAC Arosa (Ex-Illbruck) reichte der Wind nicht aus: Nach 33 Stunden und vier Minuten ging sie außer Wertung als schnellste durchs Ziel. Erste wurde „Schlawutzi“ (Fehmarn).
Insgesamt besuchten rund 450 000 Zuschauer die 68. Warnemünder Woche. Sieben Kreuzfahrtschiffe lagen in dieser Zeit am Passagierkai. „Wind und Wellen braucht die Warnemünder Woche, dazu Sonnenschein. Das hat in diesem Jahr fast alles geklappt“, resümiert der Direktor der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde, Dr. Lutz Grüder am Ende zufrieden.
Lesen Sie dazu auch:
Detaillierte Ergebnisse unter


