ARC 2002: Mann über Bord!

01. Dezember 2002 - Bei der kommerziellen Rally der Fahrtensegler von Grand Canaria nach St. Lucia/ Karibik ist am Samstag ein Crewmitglied der britischen Yacht "Toutazimut" über Bord gegangen. Um 12.30 Uhr UTC ging der Mayday-Ruf hinaus. Bei der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) segeln zurzeit 217 von 225 angemeldeten Yachten in einer von Challengebusiness und dem dazugehörigen Worldcruising Club organisierten Flotte Richtung Karibik. Auf dem Atlantik soll zur zeit des MOB hartes Wetter bei 30 Knoten (Stärke 7) und hohen Wellen geherrscht haben.

Start bei bestem Wetter zur ARC 2002 (Foto © Patrick Roach/ worldcruising.com)

Die Toutazimut ist eine 16 Meter lange Formosa 51, die in der Kategorie D / Cruisers segelt. Die Rennleitung des ARC/ World Cruising Club hat zwei Begleitschiffe zum Unfallort auf 24.06 N 26.02 W geschickt. Mehr Informationen waren bis Sonntagmorgen vonm ARC noch nicht zu erhalten. Seglermagazin.de wird am Abend die Informationen aktualisieren.

Die ARC wurde vor Jahren von Blauwassersegler Jimmy Cornell gegründet. Sie sollte Fahrtenyachten bei der beliebten Atlantik-Überquerung auf der Passatroute die Möglichkeit geben, in einer Flotte mehr Sicherheit und im Notfall Unterstützung zu haben. Mit der Zeit entwickelte sich die ARC immer mehr und wurde zunehmend kommerzialisiert, als Cornell die ARC an Challenge Busisness des britischen Extrem-Seglers Sir Chay Blyth verkaufte. Heute wird die Organisation immer häufiger kritisiert, weil sie durch Meldegeld und die geforderten Sicherheitsumbauten und Auflagen immer teurer wird. Allerdings geben gerade diese Sicherheits-Auflagen samt Seminaren den Teilnehmern eine gewisse Sicherheit. Doch die See bleibt die See – und seit langem ist bekannt, dass der früher so schwärmerisch gelobte Passat zuzeiten sehr bissig sein kann und der Atlantik auch auf der so genannetn Barfuss-Route hohe Wellen ( 4 Meter) und Böen bis Stärke acht bringen kann. Die Seemannschaft also in hohem Maße gefordert ist.

Die Organisation des ARC bietet auch in Deutschland jährlich Vorbereitungs-Seminare zur Boot in Düsseldorf (siehe unten).

seglermagazin.de bringt einen Bericht des deutschen Büros vom Start der diesjährigen ARC von Astrid Breuer-Greiff:

Strahlender Sonnenschein und perfekte Segelbedingungen

Eine riesige Zuschauermenge hatte sich zum Start der Atlantic Rally for Cruisers 2002 am Sonntag, dem 24. November, auf der Mole in Las Palmas versammelt, um die 217 Yachten zu verabschieden, die bei strahlendem Sonnenschein zur Atlantiküberquerung in die Karibik antraten.

Bei leichter Brise aus NE überquerte in der Regattagruppe die Swan 60 Bellerose als erste die Startlinie; die Fahrtenseglergruppe wurde ebenfalls von einer Swan angeführt, Rosy Pelican (Swan 44). Aufgrund des leichten Windes, der nach dem Start nur wenig anstieg, wurden sofort auf fast allen Booten die Spinnaker gesetzt, und viele Yachten betätigten ihr Signalhorn, um den Abschied von Gran Canaria würdig zu begehen. Ein finnisches Boot fuhr sogar mit einem Nikolaus als Rudergänger, der bei 28° ganz gehörig ins Schwitzen kam.

Dem Start vorangegangen waren zwei Wochen mit Seminaren, Vorträgen, gemeinsamen Abendessen und rauschenden Festen, die die ca. 1100 Teilnehmer ausgiebig genossen. Alle waren jedoch froh, als das Startsignal ertönte und sie ihren Traum vom Blauwassersegeln endlich in die Tat umsetzen und Segel hissen konnten. Ausgehend von den Erfahrungen der vergangenen Jahre werden die ersten Boote bereits nach 12 Tagen auf der Karibikinsel St. Lucia erwartet, wo ihnen traditionell ein herzlicher Empfang mit Rumpunsch und frischem Brot und bereitet wird.

Die Deutschen Teilnehmer

Bekannte deutsche Teilnehmer der Rally über den Atlantik sind Manfred Kerstan mit seiner brandneuen SWAN 62 Albatros, der zum 9. Mal antritt. 2 große Boote vom DHH sind dabei, beide X-612, Hansa und World of Tui. Auch der NRV tritt dieses Jahr an mit der Haspa Hamburg, X-482. Der Kieler Yachtclub ist mit 2 Booten vertreten, Nissen 55 und der Zukunft IV, Baltic 52, der Akademischen Segler-Verein in Kiel mit "Peter von Danzig". Viele deutsche Teilnehmer sind in der Regatta-Gruppe zu finden, die nach der Segelsaison in der Karibik Anfang Juni mit dem Daimler-Chysler-Race zurücksegeln. Zweihand gesegelt werden von deutschen Paaren die Boote Buppel, Jan Maat, Katana, Monsun und Morgana.

Einen Tag vor dem Start in Las Palmas segelten 22 Yachten der ARC Antigua in Lanzarote über die Startlinie, die wegen der früh ausgebuchten traditionellen ARC gerne auf diese Veranstaltung auswichen. In der neuen Marina Rubicon wurden sie vor dem Start rund um die Uhr betreut und mit zahlreichen Veranstaltungen verwöhnt. Alle Teilnehmer waren sichtlich zufrieden, so dass diese zweite Rally mit großer Wahrscheinlichkeit fester Bestandteil im Veranstaltungskalender des World Cruising Club wird.

Seminare

Während der eine Teil des 20-köpfigen Organisationsteams des World Cruising Club direkt in die Karibik geflogen ist, um den Empfang der Yachten auf der anderen Seite vorzubereiten, widmet sich der andere Teil den anstehenden Bootsmessen in Paris, London und Düsseldorf, anlässlich derer Informationstreffen und Vorbereitungs-Seminare für künftige ARC-Teilnehmer veranstaltet werden. Das nächste Seminar in deutscher Sprache „Atlantik rund“ findet am Samstag, dem 25.01.03, im Radisson SAS Hotel in Düsseldof statt.

Kontakt und Informationen über

 

www.worldcruising.com

ARC 2002 Statistik

Start: Sonntag 24. November 13.00 in Las Palmas de Gran Canaria

 

Gesamtanzahl der Teilnehmer: 225 (gestartet 217)

 

Kleinstes Boot: Canina, Van de Stadt 29, 8,70, Alison & Peter Aldred GB

 

Größtes Boot: Vita Bella, Nordsee 82, 25,30 m, Klaus-Dieter Peterson, D

 

Durchschnittliche Bootslänge: 14,70 m

 

Boote unter 12 m machen ca. 18% der Flotte aus

 

Die beliebteste Schiffsgröße liegt zwischen 12-14,9 m (50% der Flotte)

 

19% der Boote sind länger als 17 m.

 

Bootstypen: SWAN 20, OYSTER 17, HALLBERG RASSY, JEANNEAU und BENETEAU jeweils 14.

 

 

ARC 2002 ist die 17. Veranstaltung dieser Art

 

25 Nationen sind vertreten

 

davon kommen: 84 Boote aus GB, 34 aus Deutschland (+3 ARC Antigua), 23 aus USA, 11 aus Norwegen, 9 aus Frankreich, 8 aus Schweden, 8 aus Holland, 6 aus Finnland, 6 aus Irland, 4 aus Kanada, 4 aus Italien, 4 aus Spanien, 3 aus der Schweiz, 3 aus Dänemark, 2 aus Südafrika, 2 aus Australien, 2 aus Belgien,

jeweils 1 aus der Türkei, Russland, Bermudas, Japan, Chile, Tschechische Republik, Österreich und Ungarn.

 

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