Abenteuer Südsee – Hilfe für Tikopia

26. Dezember 2003 - Er hat das Kleinod der Erde besucht, das wie Diamanten in der unermesslichen Weite der Südsee glitzert, den Reise-Traum der meisten Menschen: Die türkis, blau und weiß schimmernden Südseeinseln. Sieben Wochen ist Klaus Hympendahl gereist, mit dem Flugzeug, 1.000 Seemeilen mit einer Segelyacht, mit einem offenen Aluboot über den offenen Pazifik gebrettert, schließlich mit einem alten, rostigen Seelenverkäufer bis nach Tikopia gekommen.

Die Südseeinsel Tikopia (Foto © Klaus Hympendahl)

Auf dieser vergessenen Insel, die ein fürchterlicher Hurrican verwüstete, wird jetzt eine Krankenstation gebaut. Eine, die tropischen Wirbelstürmen widersteht.

 

Denn für Tikopia, gut 40.000 Kilometer von uns entfernt, und ihre neue Krankenstation hat der Düsseldorfer in nur neun Monaten 10.000 Euro gesammelt - und sie eigenhändig dorthin gebracht. Mit 340 Stundenkilometern fegte im November 2002 ein Wirbelsturm über die Insel Tikopia, die zu den Salomonen gehört. "Die Menschen dort lebten unter anderem auf einer Landzunge in Hütten mit Palmdächern", erzählt der Weltumsegler, der auf seiner Segeltour um den Globus zum ersten Mal auf Tikopia war. "Aber diese Landzunge wurde beim Wirbelsturm von fast 30 Meter hohen Wellen überrollt. Die Hütten wurden weit entfernt am Ufer in den Urwald gespült." Noch heute müssen die Polynesier unter Plastikplanen hausen – schwarzer Kunststoff, der die tropische Hitze unerträglich macht.

 

 

KLaus Hympendahl

Weltumsegler Klaus Hympendahl mit einer der ältesten Karten der polynesischen Inseln aus der Zeit nach Cook (Foto © Jo Achim Geschke)

 

Der Segler und Buchautor hatte sich nach den Verwüstungen vor mehr als einem Jahr in den Kopf gesetzt, seinen Freunden zu helfen. Er gründete einen Verein und sammelte Geld für eine stabile Krankenstation. Doch weder durch Veröffentlichungen in der Segelzeitschrift "Yacht", im "Stern" noch durch andere Zeitschriften oder auch durch den Spendenaufruf im Seglermagazin.de kam das Geld herein: Hympendahl hängte sich ans Telefon und – hatte Erfolg mit seiner Spendenaktion. Aber er wollte das Geld auch dort im Pazifik abliefern, damit es an die richtige Adresse kam.

 

Doch so einfach konnte er nicht nach Tikopia kommen. Zunächst nach Australien, dann zur Insel Vanuatu. Von dort aus segelte er drei Wochen lang mit einem deutschen Segler bis zu den Santa-Cruz-Inseln. Dann stieg er mit Gepäck in ein offenes Boot mit Außenborder und bretterte über die Pazifikwellen. "Ich war völlig durchnässt, mein Gepäck hatte ich unter einer Plane im Boot, aber bei jeder Welle spritze es bis hinten hin", erzählt er.

 

Und dann das Südsee-Versorgungsschiff: "Eine einzige, unglaubliche Rostlaube. Ein maroder Seelenverkäufer", grinst Hympendahl. Für die 150 Passagiere gab es eine Toilette... Nicht nur der Rumpf war voller Rost, "auch aus dem Wasserhahn kam eine rostbraune Brühe". Aber der Segler hatte eigenes Wasser mitgenommen.

 

Auf Tikopia dann die Verwüstung: "Kaum eine Palme, kaum ein Baum hatte noch eine Krone, alles war weggefegt." Er traf die Häuptlinge und erklärte ihnen, wie die künftige Krankenstation aussehen werde. "Die Station wird aus Holz gebaut, mit einem festen Dach und hölzernen Fensterläden, die einem Sturm trotzen." Eine Krankenschwester ist dort, sie kann dann einfache Verletzungen verarzten oder Armbrüche, oder bei Geburten helfen. "Kleine Schnitte heilen dort nicht, wenn man in das Wasser des Korallenriffs mit seinen Bakterien kommt. Und so wird jeder kleine Schnitt zum Problem." Schließlich gehen die Polynesier wie zu Urzeiten noch fischen.

 

Der Rückweg Hympendahls führte zur Hauptinsel Honiara, "ich traf dort den deutschen Konsul, es gibt etwa fünf oder sechs Deutsche auf den Salomonen", berichtet Hympendahl. Der Konsul, der auch die norwegischen Farben vertritt, verwaltete die Spende, die der Staat Norwegen mit 7.000 Euro aufstockte.

 

Inzwischen ist ein Schiff mit dem Material nach Tikopia unterwegs. Und die Krankenstation wird gebaut. "Polynesier müssen immer einen Vokal am Ende eines Wortes haben, also wird die Station 'Klausi-Klinik' heißen", lacht der Düsseldorfer, der seine Freunde in der Südsee so bald nicht wieder sehen wird. Aber er schickt ihnen immer wieder Arzeimittel.

 

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