Americas Cup: Neuseeland überholt BMW - wie starten Deutsche in neue Kampagne ?10. Mai 2007 - Heute will das United Intenet Team in Valencia Neues zur Zukunft des ersten deutschen Teilnahme am Americas Cup verraten. In die Kritik ist vor allem Skipper Jesper Bank geraten. Den Gerüchten nach rechnet das UIT Germany damit, Jochen Schümann als Skipper zu gewinnen. Schümann ist noch beim Schweizer Team Alinghi und hat in Interviews sehr deutlich erklärt, das er zwar Interesse hat. Dass aber bei einem Wechsel zum einen die Chancen der Deutschen besser stehen müssten, zum anderen auch beim Management einiges anders laufen müsse. In Valencia starten ab nächsten Montag die Rennen der Halbfinales. Am Tetzten Tag hatte Neuseeland noch BMW Oracle in der Wertung überholt, so dass NZL sich den Partner für das erste Rennen aussuchen durfte: Die Spanier, die schließlich doch noch den Einzug ins Halbfinale schafften.

United Internet Team Germany verabschiedet sich von Valencia - in Kiel wird man das Boot wohl wiedersehen. (Foto © Richard Walch/United Internet Team Germany)

Mit einer Niederlage gegen das italienische Team +39 Challenge ist für das United Internet Team Germany die Round Robin 2 des Louis Vuitton Cups zuende gegangen. In seinem letzten Matchrace des Herausforderer-Wettbewerbs zum 32. America’s Cup kam das deutsche Team mit 30 Sekunden Rückstand ins Ziel und belegt damit in der abschließenden Gesamtwertung Platz zehn mit fünf Punkten. In das Halbfinale ziehen nur die besten vier Teams ein: Emirates Team New Zealand, BMW Oracle Racing, Luna Rossa Challenge und Desafio Español 2007. Das deutsche Team feiert dennoch den Abschluss des Louis Vuitton Cups, in dem es als erstes deutsches Team Segelsport-Geschichte geschrieben hat.

 

„Wir waren nicht so erfolgreich, wie wir sein wollten, darüber sind wir enttäuscht. Aber wir sind sehr stolz darauf, wo wir heute mit diesem Team stehen. Wir haben ein super Team, und die Stimmung ist hervorragend. Deshalb werden wir heute Abend feiern. Wie es mit diesem Team weitergehen wird, diskutieren wir in den nächsten Tagen. Wir haben das Glück, einen Sponsor zu haben, der dies alles möglich gemacht hat und die Vision hat, dieses Engagement im nächsten Cup fortzusetzen“, sagte Skipper Jesper Bank nach dem letzten Rennen.

 

Das Matchrace gegen +39 Challenge konnte das deutsche Team in der Anfangsphase offen gestalten. Die Germany I ging mit einem leichten Vorteil auf der linken Seite über die Startlinie und führte zunächst. Auf der zweiten Hälfte der ersten Kreuz kämpfte sich die italienische Yacht jedoch vorbei und rundete die erste Wendemarke mit einem knappen Vorsprung von 16 Sekunden. Auf den folgenden beiden Bahnschenkeln gelang es +39 Challenge, die Führung auf 23 Sekunden an der zweiten und 47 Sekunden an der dritten Wendemarke auszubauen. Auf dem letzten Vorwindkurs verkürzte das deutsche Team den Abstand auf 30 Sekunden im Ziel, für eine Siegchance reichte dies jedoch nicht mehr.

 

„Natürlich sind wir enttäuscht darüber, dass uns kein weiterer Sieg gelungen ist und dass wir unsere sportlichen Ziele für den Louis Vuitton Cup nicht erreicht haben. Dennoch überwiegt im Moment die Freude, denn es war ein großartiges Erlebnis und ein Erfolg, als erste deutsche Kampagne beim America’s Cup dabei zu sein. Ich danke dem gesamten Team für die hervorragende Arbeit der vergangenen zwei Jahre. Wir haben viel gelernt und werden nun überlegen, wie wir das für eine erfolgreiche Folgekampagne nutzen können“, sagte Syndikatschef Michael Scheeren, der das letzte Rennen als 18. Mann an Bord der Germany I erlebte.


Das United Internet Team Germany ging mit folgender Crew in das Rennen:

Skipper: Jesper Bank (DEN)
Taktiker: David Dellenbaugh (USA)
Navigator: Philippe Mourniac (FRA)
Stratege: Michael Hestbæk (DEN)
Trimmer: Matti Paschen (GER), Carsten Schon (GER), Mike Mottl (AUS), Thomas Jacobsen (DEN)
Grinder: Oliver-Sven Buder (GER), Dominik Neidhart (SUI), Henrik Norberg (SWE), Fredrik Green (SWE)
Mastmann: Markus Koy (GER)
Pitmann: Henrik Blakskjær (DEN)
Floater: Jan Schoepe (GER)
Vorschiffmann: Jean-Marie Dauris (FRA)
Zweiter Vorschiffmann: Michael Müller (GER)



Kampf der Favoriten: BMW Oracle Racing gegen Emirates Team New Zealand. (Foto © BMW ORACLE Racing/ Gilles Martin-Raget)

BMW ORACLE Racing wird in der Vorschlussrunde auf die
italienische Luna Rossa Challenge treffen. Die Best-of-nine-Serie (das Team, das
zuerst fünf Rennen gewinnt, erreicht die nächste Runde) beginnt am kommenden
Montag, dem 14. Mai. Die Halbfinal-Paarungen wurden heute im Rahmen einer
Pressekonferenz in Valencia bekannt gegeben, nachdem BMW ORACLE Racing im
Anschluss an die Niederlage im Top-Match des Tages gegen das Emirates Team New
Zealand die Vorrunde auf dem zweiten Rang beendet hatte. "Wir werden das
Halbfinale frisch und erholt in Angriff nehmen. Dann geht es wieder bei Null
los", sagte BMW ORACLE Racing Skipper und CEO Chris Dickson. "In einer Best-of-
nine-Serie stehen noch viele Wettfahrten an."

Das heutige Duell mit dem Emirates Team New Zealand war als "Kampf der Giganten"
tituliert worden, denn nur ein Punkt trennte die beiden Teams. Letztlich ließ
sich die Geschichte des Rennens aber auf einen deutlichen Winddreher zu Beginn
der ersten Kreuz reduzieren, der zum Nachteil von BMW ORACLE Racing und zum
Vorteil für das Emirates Team New Zealand wurde. Das Emirates Team New Zealand
beendete die doppelte Round Robin mit 38 Punkten vor BMW ORACLE Racing mit 37
Zählern. Luna Rossa Challenge (35) belegt Rang drei vor Desafio Espanol (29).
Die übrigen sieben Herausforderer scheiden aus dem Wettbewerb aus. Das Emirates
Team New Zealand entschied sich dafür, im Halbfinale gegen Desafio Espanol zu
segeln. Der Vorrundensieger hat das Recht, sich seinen Kontrahenten unter den
verbliebenen Teams auszusuchen. Damit stehen sich im zweiten Halbfinale BMW
ORACLE Racing und Luna Rossa Challenge gegenüber.

"Natürlich sind wir enttäuscht, heute verloren zu haben", sagte Peter Isler,
Navigator von BMW ORACLE Racing. "Bei solchen gewaltigen Winddrehern gewinnt man
mal, mal verliert man. Wenn wir aber Dinge betrachten, die wir selbst in der
Hand haben, dann sind wir stolz auf unsere Leistung in den Rounds Robin und
blicken zuversichtlich in die Zukunft."

Rennzusammenfassung: Im Vorstart kämpfte die USA 98 erfolgreich um die linke
Kursseite und suchte dort ihr Glück. Das Emirates Team New Zealand wendete
gleich zu Beginn der ersten Kreuz und fuhr nach rechts, während die USA 98 auf
ihrem Weg zur linken Kursseite zunächst einen kleinen Vorsprung ersegelte. Als
sich ein beträchtlicher Querabstand zwischen beiden Booten herausgebildet hatte,
drehte der Wind nach rechts, wovon die Crew des Emirates Team New Zealand stark
profitierte. Fast augenblicklich hatte die NZL 92 einen riesigen Vorsprung. Zwar
hatte die USA 98 zuvor mehr als einmal ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt,
auch nach einem Rückstand noch gewinnen zu können. Heute aber war die Führung
des Emirates Team New Zealand, das mit 1:34 Minuten Vorsprung gewann,
uneinholbar.

"Wir begannen das Rennen bei einer Windrichtung von 125 Grad und an der Luvtonne
waren es 155 Grad - das ist ein 30-Grad-Dreher nach rechts", sagte Dickson. "Im
Nachhinein ist man immer schlauer. Könnten wir das Rennen wiederholen, würden
wir es wahrscheinlich anders machen. Wir sind enttäuscht über die Niederlage,
aber es war nur ein Rennen. Wir werden nicht jedes einzelne Match gewinnen."


"Wichtig ist, dass wir im Halbfinale stehen. Wir wissen, dass wir in den Rounds
Robin gut gesegelt sind, und das Team geht die kommenden Aufgaben mit viel
Zuversicht an."






LOUIS VUITTON CUP Round Robin 2

Flight 11 (Final Delta mm:ss)
Team Shosholoza beat AREVA Challenge (00:14)
+39 Challenge beat United Internet team Germany (00:30)
Mascalzone Latino beat Victory Challenge (00:38)
Luna Rossa Challenge beat Desafío Español (01:54)
Emirates Team New Zealand beat BMW ORACLE Racing (01:34)
Bye: Team China


FINAL RANKING LOUIS VUITTON CUP Round Robins
nach 22 flights (in Klammern: Bonus Points):

  1. Emirates Team New Zealand 38 (4)
  2. BMW ORACLE Racing 37 (3)
  3. Luna Rossa Challenge 35 (3)
  4. Desafío Español 29 (3)
  5. Victory Challenge 26 (2)
  6. Mascalzone Latino 22 (2)
  7. Team Shosholoza 20 (2)
  8. AREVA Challenge 17 (1)
  9. +39 Challeng 12 (2)
  10.  United Internet Team Germany 5 (1)
  11.  Team China 3 (1)




www.united-internet-team-germany.de

www.bmworacleracing.com


www.americascup.com


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