Around Alone: Mit Mastbruch ins Ziel

04. Mai 2003 - Die letzte Etappe im Einhand-Rennen um die Welt – und fast die spektakulärste: Während Sieger Bernard Stamm sich bereits ausruht, geht Simone Bianchetti auf "Tiscali" am frühen Morgen (Ortszeit) des Samstags mit gerade gebrochenem Mast über die Ziellinie. Thierry Dubois auf "Solidaires" und Bruce Schwab auf Ocean Planet kämpften dahinter im aufkommenden Sturm vor Newport /Rhode Island Heck an Bug um den dritten Platz. Der Sturm trifft den Rest der Flotte ausgerechnet im Golfstrom – Wind gegen Strom ...

Mastbruch kurz vor dem Ziel: Simone Bianchetti auf "Tiscali", Zweiter im Ziel Newport. (Foto © Roy Riley marinepics/ www.aroundalone.com)

Eine Kaltfront hat sich über dem Gebiet von Newport festgekeilt und schickt dem Rest der Flotte zunächst südlichen Wind. Doch in der weiteren Entwicklung müssen die restlichen Boote nach "Tiscali" gegen den stürmischen Wind aufkreuzen – und das bei einem Golfstrom, der sie mit 2 bis 3 Knoten schiebt. Gegen den Wind. Das bringt, wie bekannt, äußert unangenehmen, gefährlich steilen Seegang, für den dieses Seegebiet berüchtigt ist.

 

Dubois hatte am 2. Mai den Amerikaner Schwab auf Ocean Planet überholt und lag knappe sechs Seemeilen vor Ocean Planet. Dann in der Nacht: Schwab überholt wiederum Dubois und liegt leicht vor ihm ... Und schließlich am 3. Mai Mittags: Dubois liegt rechnerisch 62 Meilen vor Schwab auf Ocean Planet. Dubois wird allerdings in jedem Fall über alles Zweiter werden in diesem mehr als 28 000 Seemeilen langen Rennen um die Welt.

 

Simone Bianchetti auf "Tiscali" wurde zweiter auf dieser letzten Etappe. Um 23 Uhr (Lokalzeit) nachts funkte der Italiener, der Wind habe endlich zugelegt und erkönne schneller auf das Ziel zu segeln. Er hatte Mastprobleme gemeldet. Um 7:15 Uhr ist Bianchetti 2,5 Seemeilen vor dem Zeil und es wird klar: Das obere Drittel des Mastes von Bianchettis Open 60 (18,50m) ist gebrochen. Deutlich zu erkennen: Der Masttopp hängt runter, das runtergereffte Groß ist im oberen Viertel auf der Nut gesprungen und wird noch vom Fall gehalten. Bianchettio segelt mit dem Stagsegel weiter. Die Rollgenua stabilisiert den Mast nach vorne. Bianchetti muss vor dem Ziel noch einmal wenden – was mit seinem kaputten Rigg schwierig ist. Zudem kann er mit dem Stagsegel und dem beulenden, schlagenden Groß nicht gerade große Höhe laufen. Doch der Italienier schafft es – um 8:01 Uhr lokale Zeit geht Bianchetti auf "Tiscali" als zweiter dieser Etappe über die Ziellinie.

 

Knapp hinter dem vierten "Ocean Planet" keine 60-Fuß-Yacht – da segelt Brad van Lieuw mit seiner hervorragend vorbereiteten 50-Fuß-Yacht "Tommy Hilfiger Freedom America" als erster der Klasse II mitten im Feld der Größeren. Er segelt noch vor der einzigen Frau im Feld, Emma Richards auf ""Pindar"".

 

Die Positionen am Samstag:

 

Klasse 1 - Open 60s

1. Bobst Group, Bernard Stamm, Sieger

2. Tiscali, Simone Bianchetti, Zweiter

3. Solidaires, Thierry Dubois, 62 Seemeilen zum Ziel

4. Ocean Planet, Bruce Schwab, 47 sm zurück

5. Pindar, Emma Richards, 150 sm zurück

Klasse 2 - Open 50' und 40-Fuß:

1. Tommy Hilfiger Freedom America, Brad Van Liew, 127 Seemeilen zum Ziel

2. Everest Horizontal, Tim Kent, 157 Seemeilen zurück

3. Spirit of Yukoh, Kojiro Shiraishi, 494 Seemeilen zurück

4. BTC Velocity, Alan Paris, 938 Seemeilen zurück

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