Around Alone: Tasmanien querab
![]() |
Emma Richards beim Start in Kapstadt in der Plicht – da war das Wetter noch schön und das Großsegel heil ... (Foto ©: Roy Riley marinepics/ aroundalone.com) |
Stamm hat zwei Tage fast gar nicht geschlafen und oft selbst gesteuert, um den Wind von 20 Knoten (optimale Bedingungen, meinte er) auszunutzen, damit er nicht zu spät in die flauere Hochdruckzone kommt. Stamm, der bereits die ersten beiden Etappen gewonnen hat, führt 320 Seemeilen vor Thierry Dubois.
Der Franzose Dubois auf "Solidaires" segelt jetzt seit fast zehn Jahren für Amnesty International und die Menschenrechte. Gerade der Besuch Südafrikas, seit zehn Jahren ohne Apartheid, war für ihn von Bedeutung, Wenn Südafrika solche Fortschritte gemacht habe, gebe dies auch Hoffnung für die anderen Staaten, meinte der Weltbürger und Segler in einem Interview. Dubois hat drei Welt-Regatten hinter sich! Und hofft, endlich eine Etappe ohne große technische Probleme segeln zu können, um gegen seinen Freund und Konkurrenten Stamm zu gewinnen. Der hat allerdings im Südlichen Ozean ein enormes Tempo vorgelegt. Jetzt aber droht ein Hoch zwischen Australien und Nord-Neuseeland – das kann mit schwächeren Winden die Reihenfolge der Segler noch durcheinander bringen.
Emma Richards kann nicht nähen
Rund 1055 Seemeilen hinter Stamm kämpft Emma Richards mit dem gerissenen Groß. In einer 50-Knoten Böe riss das Groß – immerhin fast 150 Quadratmeter auf dem 7,5 Tonnen schweren Carbon-Bau von 1998. Seit zehn Tagen kämpfte die zweite große Seglerin der Briten nach Ellen MacArthur, um sich um Feld der insgesamt 12 Konkurrenten in einer guten Spitzenposition zu halten.
Auf der ständig rollenden und stampfenden Yacht im kalten Südlichen Ozean machte sich Richards daran, das Groß zu nähen – auf dem Großbaum rittlings sitzend. Nach acht Stunden war die erste provisorische Reparatur so weit gediehen, dass sie immerhin das dreifach gereffte Segel wieder setzen konnte. Sie rechnet jetzt mit einem Schnitt von 10 Knoten ... wenig genug, um den hinter ihr liegenden Bruce Schwab auf Ocean Planet herankommen zu lassen.
Bei der Reparatur, berichtete sie, hatte sie die Handschuhe ausgezogen, um besser nähen zu können - trotz nasser Kälte. Jetzt sehen ihre Finger aus wie ein Nadelkissen. "Nähen war nie meine große Stärke" meinte die 28-jährige Profi-Seglerin. Sie hofft, dass ihr genähtes und dreifach gerefftes Groß jetzt bis Tauranga / Neuseeland hält.
Standings Sonntag 5. Januar 2003 CLASS 1:
1. Bobst Group-Armor Lux, Bernard Stamm, 872 Meilen zum Ziel
2. Solidaires, Thierry Dubois, 320 Seemeilen zurück
3. Hexagon, Graham Dalton, 588 sm zurück
4. Tiscali, Simone Bianchetti, 678 sm zurück
5. Pindar, Emma Richards, 1055 sm zurück
6. Ocean Planet, Bruce Schwab, 1123 sm zurück
CLASS 2:
1. Tommy Hilfiger, Brad Van Liew, 2179 Seemeilen zum Ziel
2. Everest Horizontal, Tim Kent, 516 sm zurück
3. Spirit of Canada, Derek Hatfield, 740 sm zurück
4. Spirit of yukoh, Kojiro Shiraishi, 865 sm zurück
5. BTC Velocity, Alan Paris, 1430 sm zurück
6. Bayer Ascensia, John Dennis, zurück nach Kapstadt
Lesen Sie dazu
Der südliche Ozean - der Start zur dritten Etappe
Als Diabetiker übern Atlantik - mit den Resultaten der ersten Etappe
sowie
Die website der Weltregatta:


