DaimlerChrysler North Atlantic Challenge: Neuauflage ?

11. Juli 2003 - DCNAC/ Organisatoren vom NRV und der Titelsponsor zogen vorläufige Bilanz / Hamburg. „Eine echte Herausforderung, ein seglerischer Leckerbissen, eine persönliche Bereicherung für alle Mitsegler.“ So oder so ähnlich fielen die meisten Kurzkommentare zur DaimlerChrysler North Atlantic Challenge 2003 aus. Auf der Abschlusspressekonferenz am Donnerstag in Hamburg waren sich alle Beteiligten einig: Die Regatta ist zwar noch nicht zu Ende, aber schon jetzt kann von einem vollen Erfolg gesprochen waren. Und von einem neuen Start wurde natürlich auch schon geredet. Die geladenen Skipper berichteten einhellig von einem großartigen Erlebnis, und das Interesse der Öffentlichkeit an der Regatta übertraf die kühnsten Träume der Organisatoren.

Der 46 Meter lange Schooner Windrose, das größte Schiff der Regatta (Foto © Tim Wright / www.hollandjachtboouw.nl)

Doch Gunter Persiehl, Vorsitzender des ausrichtenden Norddeutschen Regatta Vereins (NRV), der die Transatlantikregatta zu Ehren des 100.

Geburtstags des Hamburgischen Vereins Seefahrt (HVS) organisiert hat, griff eifrigen Spekulanten vor: „Wir haben jetzt drei Jahre für die

Vorbereitung dieser DCNAC gearbeitet. Wer also glaubt, bereits in zwei Jahren geht’s wieder los, muss sich etwas gedulden. Meine persönliche

Vorstellung liegt eher bei fünf Jahren, also in 2008. Das war ein ganz großes Ereignis, und Lob ist schön und gut, aber wir werden jetzt erst

mal sehen, was wir noch besser machen können.“

Auch Gerhard Rötters, Niederlassungsleiter der DaimlerChrysler AG in Hamburg und damit Vertreter des Titelsponsors beantwortete die

meistgestellte Frage hoffnungsvoll, aber nicht endgültig. „Aus Sponsorensicht ist die Regatta eindeutig als Erfolg zu werten. Wir haben

Segelsport auf höchstem Niveau gesehen, wir haben spannende und auch dramatische Momente miterlebt, und wir haben hervorragende Seemannschaft

vorgeführt bekommen. Unsere Assoziationen wurden gut transportiert, dazu zählen vor allem Teamgeist, der Brückenschlag mit den USA und die

Kommunikation samt Technik.“ Die Stimmung in der Öffentlichkeit und in der Seglerwelt sei grandios. „Als Segler sage ich, wir müssen darauf

aufbauen und diese große Chance nutzen. Als Geschäftsführer des Titelsponsors bin ich gezwungen, das ganze etwas nüchterner zu betrachten. Wir werden uns daher nach Ende der Veranstaltung zusammen

setzen und erst dann sehen, wann wir eine Entscheidung finden können“,

resümierte Rötters und ergänzte: „Beim nächsten Mal wäre ich dann aber

gerne an Bord dabei.“

Begeistert war auch Lawrence Huntington, Commodore des unterstützenden

New York Yacht Clubs und Skipper der „Snow Lion“. „Keiner von uns hat

jemals einen solchen Empfang wie hier in Hamburg erlebt. Wir werden das

nie vergessen. Ich habe schon viele Ozean-Rennen mitgesegelt, aber so

eine wunderbare Ankunft... Wir nehmen ganz große Erinnerungen mit nach

Hause. Vielen Dank!“. Huntington hatte noch mehr Lob parat: „Der

DCNAC-Fleetracker im Internet, der die Positionen der Yachten stündlich

aktualisiert abbildete, hat das ganze Ocean-Racing verändert. Nicht nur

die Yachten untereinander konnten sich über den Stand der Konkurrenz

hervorragend informieren, auch die Öffentlichkeit wurde viel stärker mit

einbezogen. Das war bisher nie möglich.“

Derjenige, der mit seinem Organisationsteam die Hauptarbeit zu leisten

hatte, durfte sich jetzt über den großen Erfolg umso mehr freuen:

Henning Rocholl, Eventmanager der DCNAC. „Schon in Newport waren die

Starts großartig. Mittlerweile sind wir alle zu einer großen Familie

zusammen gewachsen, und die Fangemeinde ist enorm.“ So präsentierte

Rocholl auch gleich die frischen Zahlen der Internetstatistik. Im Juni

allein verbuchte die www.DCNAC.de-Seite die fast unglaubliche Zahl von

186.109 Besuchern. Der stärkste Tag war dabei Montag, der 23. Juni. „Wir

haben allein an dem einen Tag mehr als 3 Millionen Hits zu verzeichnen

gehabt“, so Henning Rocholl. Seit April werden die Besucherzahlen in

Statistiken festgehalten. Bisher haben 270.000 Zugriffe (visits) auf die

DCNAC-Internetseite stattgefunden. Dabei wurden 4.262.507 Seiten mit

fast 50 Millionen Hits aufgerufen.

In den Augen der Segler auf dem Podium blitzte noch das Atlantikwasser,

so frisch waren die Erlebnisse. Harald Baum, der mit seiner 30 Jahre

alten „Elan“ die 3619 zumeist harten Seemeilen über den Nordatlantik

bewältigt hatte, berichtete begeistert von der Reise und den

ungewöhnlich nassen Bedingungen unterwegs. „Am Navigationstisch sitzend

sah ich ständig das Wasser an mir vorbei rauschen. Die hochliegenden

Fenster waren praktisch permanent überspült“, so Baum. „Ich hatte vorher

nicht gedacht, dass diese Regatta einen so großen Erfolg haben würde.

Das ist eine große Chance, den Segelsport für das Publikum attraktiv zu

machen“, ergänzte der im Vorstand des Deutschen Segler-Verbandes (DSV)

für Freizeit- und Breitensport tätige Baum.

Gijs van Liebergen, Skipper der „King’s Legend“, berichtete vom

Zusammenwachsen seiner Crew, die aus Mitarbeitern von DaimlerChrysler

rekrutiert worden war, die er zuvor überhaupt nicht gekannt hatte. „Vor

dem Start dachte ich noch, das wird eine ‚Mission impossible’. Ich

kannte die Crew nicht und die sich untereinander auch nicht. Bis auf ein

paar Tage Training waren wir nie vorher zusammen gesegelt. Aber das Team

ist gewachsen und gewachsen, und wir sind sogar unter die Top Zehn

gefahren (Platz 9), das ist ein toller Erfolg“, so der Holländer.

Die, mit 22 Jahren Durchschnittsalter jüngste Crew im Rennen stellte

Skipper Gero Brugmann von der "Norddeutschen Vermögen Hamburg" als seine

„Baby-Crew“ vor. Der 29-Jährige Skipper war der „Methusalem“ an Bord und

berichtete begeistert von seinen zumeist jollenerfahrenen Mitseglern.

„Unser ‚More-Speed-Jan’ war eindeutig der beste Steuermann, obwohl

einige von uns sicher mehr Erfahrung hatten, stellte Jan Hilbert einen

Geschwindigkeitsrekord von 25,1 Knoten auf. Alle an Bord waren sehr

engagiert und haben wirklich alles gegeben. Das war meine vierte

Atlantiküberquerung aber auch meine schönste“, so der partygeschwächte

und dennoch gutgelaunte Rotschopf. „Wir haben wirklich viel gefeiert in

den vergangenen Tagen und werden morgen nach der Siegerehrung

weiterfeiern.“

Die öffentliche Preisverleihung findet um 15 Uhr im Race Village auf der

Kehrwiederspitze statt und dauert zirka zwei Stunden. Anschließend wird

Audrey Mautang dem Publikum ab 20.30 Uhr mit Soul, Township, Gospel &

Blues einheizen. Und ab 22.30 Uhr zünden die Veranstalter eine großes

Feuerwerk im Hamburger Hafen. Damit schließt das Race Village jedoch

nicht. Am Sonnabend wird ab 15 Uhr das NDR-Hafenkonzert aufgezeichnet,

während parallel die Auslaufparade der Teilnehmeryachten startet. Ein

Feuerlöschboot wird die 46,31 Meter lange „Windrose“, gefolgt von der

„Snow Lion“, der „UCA“, der „Haspa Hamburg“ an der Spitze der Parade

anführen, die am Kaispeicher A (Kaiserhöft) elbabwärts einsetzt. Ab 14

Uhr sammeln sich die Schiffe, um 15.15 Uhr geht es los. Und abends gibt

es auf der Bühne nochmals Party-Hits vom Besten.

Leser des Seglermagazin.de finden die kompletten Berichte und die Fotos der meisten Yachten in den Artikeln unter

 

DaimlerChrysler North Atlantik Challenge

Die website des DCNAC:

 

www.dcnac.de

 

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