DaimlerChrysler North Atlantic Challenge: Neuauflage ?
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Der 46 Meter lange Schooner Windrose, das größte Schiff der Regatta (Foto © Tim Wright / www.hollandjachtboouw.nl) |
Doch Gunter Persiehl, Vorsitzender des ausrichtenden Norddeutschen Regatta Vereins (NRV), der die Transatlantikregatta zu Ehren des 100.
Geburtstags des Hamburgischen Vereins Seefahrt (HVS) organisiert hat, griff eifrigen Spekulanten vor: „Wir haben jetzt drei Jahre für die
Vorbereitung dieser DCNAC gearbeitet. Wer also glaubt, bereits in zwei Jahren geht’s wieder los, muss sich etwas gedulden. Meine persönliche
Vorstellung liegt eher bei fünf Jahren, also in 2008. Das war ein ganz großes Ereignis, und Lob ist schön und gut, aber wir werden jetzt erst
mal sehen, was wir noch besser machen können.“
Auch Gerhard Rötters, Niederlassungsleiter der DaimlerChrysler AG in Hamburg und damit Vertreter des Titelsponsors beantwortete die
meistgestellte Frage hoffnungsvoll, aber nicht endgültig. „Aus Sponsorensicht ist die Regatta eindeutig als Erfolg zu werten. Wir haben
Segelsport auf höchstem Niveau gesehen, wir haben spannende und auch dramatische Momente miterlebt, und wir haben hervorragende Seemannschaft
vorgeführt bekommen. Unsere Assoziationen wurden gut transportiert, dazu zählen vor allem Teamgeist, der Brückenschlag mit den USA und die
Kommunikation samt Technik.“ Die Stimmung in der Öffentlichkeit und in der Seglerwelt sei grandios. „Als Segler sage ich, wir müssen darauf
aufbauen und diese große Chance nutzen. Als Geschäftsführer des Titelsponsors bin ich gezwungen, das ganze etwas nüchterner zu betrachten. Wir werden uns daher nach Ende der Veranstaltung zusammen
setzen und erst dann sehen, wann wir eine Entscheidung finden können“,
resümierte Rötters und ergänzte: „Beim nächsten Mal wäre ich dann aber
gerne an Bord dabei.“
Begeistert war auch Lawrence Huntington, Commodore des unterstützenden
New York Yacht Clubs und Skipper der „Snow Lion“. „Keiner von uns hat
jemals einen solchen Empfang wie hier in Hamburg erlebt. Wir werden das
nie vergessen. Ich habe schon viele Ozean-Rennen mitgesegelt, aber so
eine wunderbare Ankunft... Wir nehmen ganz große Erinnerungen mit nach
Hause. Vielen Dank!“. Huntington hatte noch mehr Lob parat: „Der
DCNAC-Fleetracker im Internet, der die Positionen der Yachten stündlich
aktualisiert abbildete, hat das ganze Ocean-Racing verändert. Nicht nur
die Yachten untereinander konnten sich über den Stand der Konkurrenz
hervorragend informieren, auch die Öffentlichkeit wurde viel stärker mit
einbezogen. Das war bisher nie möglich.“
Derjenige, der mit seinem Organisationsteam die Hauptarbeit zu leisten
hatte, durfte sich jetzt über den großen Erfolg umso mehr freuen:
Henning Rocholl, Eventmanager der DCNAC. „Schon in Newport waren die
Starts großartig. Mittlerweile sind wir alle zu einer großen Familie
zusammen gewachsen, und die Fangemeinde ist enorm.“ So präsentierte
Rocholl auch gleich die frischen Zahlen der Internetstatistik. Im Juni
allein verbuchte die www.DCNAC.de-Seite die fast unglaubliche Zahl von
186.109 Besuchern. Der stärkste Tag war dabei Montag, der 23. Juni. „Wir
haben allein an dem einen Tag mehr als 3 Millionen Hits zu verzeichnen
gehabt“, so Henning Rocholl. Seit April werden die Besucherzahlen in
Statistiken festgehalten. Bisher haben 270.000 Zugriffe (visits) auf die
DCNAC-Internetseite stattgefunden. Dabei wurden 4.262.507 Seiten mit
fast 50 Millionen Hits aufgerufen.
In den Augen der Segler auf dem Podium blitzte noch das Atlantikwasser,
so frisch waren die Erlebnisse. Harald Baum, der mit seiner 30 Jahre
alten „Elan“ die 3619 zumeist harten Seemeilen über den Nordatlantik
bewältigt hatte, berichtete begeistert von der Reise und den
ungewöhnlich nassen Bedingungen unterwegs. „Am Navigationstisch sitzend
sah ich ständig das Wasser an mir vorbei rauschen. Die hochliegenden
Fenster waren praktisch permanent überspült“, so Baum. „Ich hatte vorher
nicht gedacht, dass diese Regatta einen so großen Erfolg haben würde.
Das ist eine große Chance, den Segelsport für das Publikum attraktiv zu
machen“, ergänzte der im Vorstand des Deutschen Segler-Verbandes (DSV)
für Freizeit- und Breitensport tätige Baum.
Gijs van Liebergen, Skipper der „King’s Legend“, berichtete vom
Zusammenwachsen seiner Crew, die aus Mitarbeitern von DaimlerChrysler
rekrutiert worden war, die er zuvor überhaupt nicht gekannt hatte. „Vor
dem Start dachte ich noch, das wird eine ‚Mission impossible’. Ich
kannte die Crew nicht und die sich untereinander auch nicht. Bis auf ein
paar Tage Training waren wir nie vorher zusammen gesegelt. Aber das Team
ist gewachsen und gewachsen, und wir sind sogar unter die Top Zehn
gefahren (Platz 9), das ist ein toller Erfolg“, so der Holländer.
Die, mit 22 Jahren Durchschnittsalter jüngste Crew im Rennen stellte
Skipper Gero Brugmann von der "Norddeutschen Vermögen Hamburg" als seine
„Baby-Crew“ vor. Der 29-Jährige Skipper war der „Methusalem“ an Bord und
berichtete begeistert von seinen zumeist jollenerfahrenen Mitseglern.
„Unser ‚More-Speed-Jan’ war eindeutig der beste Steuermann, obwohl
einige von uns sicher mehr Erfahrung hatten, stellte Jan Hilbert einen
Geschwindigkeitsrekord von 25,1 Knoten auf. Alle an Bord waren sehr
engagiert und haben wirklich alles gegeben. Das war meine vierte
Atlantiküberquerung aber auch meine schönste“, so der partygeschwächte
und dennoch gutgelaunte Rotschopf. „Wir haben wirklich viel gefeiert in
den vergangenen Tagen und werden morgen nach der Siegerehrung
weiterfeiern.“
Die öffentliche Preisverleihung findet um 15 Uhr im Race Village auf der
Kehrwiederspitze statt und dauert zirka zwei Stunden. Anschließend wird
Audrey Mautang dem Publikum ab 20.30 Uhr mit Soul, Township, Gospel &
Blues einheizen. Und ab 22.30 Uhr zünden die Veranstalter eine großes
Feuerwerk im Hamburger Hafen. Damit schließt das Race Village jedoch
nicht. Am Sonnabend wird ab 15 Uhr das NDR-Hafenkonzert aufgezeichnet,
während parallel die Auslaufparade der Teilnehmeryachten startet. Ein
Feuerlöschboot wird die 46,31 Meter lange „Windrose“, gefolgt von der
„Snow Lion“, der „UCA“, der „Haspa Hamburg“ an der Spitze der Parade
anführen, die am Kaispeicher A (Kaiserhöft) elbabwärts einsetzt. Ab 14
Uhr sammeln sich die Schiffe, um 15.15 Uhr geht es los. Und abends gibt
es auf der Bühne nochmals Party-Hits vom Besten.
Leser des Seglermagazin.de finden die kompletten Berichte und die Fotos der meisten Yachten in den Artikeln unter
DaimlerChrysler North Atlantik Challenge
Die website des DCNAC:


