Friesenschiffe in aller Welt
![]() |
Sneek – ein Städtchen, mit Kanälen durchzogen wie ein friesisches Klein-Venedig ... naja: fast (Foto © JA Geschke) |
Serie Ijsselmeer – Teil 2: Von Friesland nach Batavia
Eigentlich wollten wir heute ja von Sneek nach Lemmer – aber das hat ja noch ein bißchen Zeit. Denn in Sneek – sie erinnern sich an die erste Folge ? - ist im wunderschönen Schiffahrsmuseum seit heute eine der vielen Ausstellungen zur Geschichte der VOC, der 400-jährigen Geschichte der "Vereinigten Ostindischen Compagnie" zu bewundern. Jener im Jahre 1602 gegründeten Handels- und Schifffahrtsgesellschaft, deren Schiffe auch vor Texel und Harlingen ihre Anker warfen, und Städte wie Sneek oder Hoorn, Enkhuizen oder Hindeloopen erlebten durch den Umschlag der kostbaren Güter aus den fernen Ländern Ostindiens einen ungeheuren Aufschwung.
Die Ausstellung im Sneeker "Fries Scheepvaart Museum" (Kleinzand 14, noch bis 30. September) ist noch bis zum 29. August geöfnet. Im Mittelpunkt der Exponate stehen nicht die Schiffe und Handelbeziehungen, sondern – die Friesen. Denn einige von Ihnen, auch aus Sneek, sind reich geworden und haben hohe Funktionen in de VOC bekleidet. Der hatte ein Monopol auf den Handel mit Asien, und zu ihrem Ärger waren die Friesen daran nicht beteiligt.... Also nahmen sie – nach einigen heftigen Streiterein – wichtige Posten ein. Etwa Johannes Casparus Bergsma, der zwischen 1773 und 1778 erster Verwalter in Batavia war. Auch er wird in Sneek vorgestellt.
Schon Ende des 15. Jahrhunderts erreichten portugiesische Seefahrer Indonesien über das Kap der Guten Hoffnung. Niederländische Schiffe folgten erst 100 Jahre später, 1595 legte das erste Schiff gen Asien ab, 1602 wurde die VOC gegründet – der Handel mit Ostasien war in niederländischer Hand. Die Gründung der Stadt Batavia in Jakarta durch Jan Pieterszoon Coen war ein weiterer Schritt in diese Richtung, ebenso wie der Bau einer VOC-Schiffsstation am Kap der Guten Hoffnung 1652.
Nach der Überquerung des Äquators segelten die Schiffe auf der südlichen Halbkugel zunächst entlang der brasilianischen Küste gen Süden. Auf etwa 30 Grad Süd änderten sie ihren Kurs in östliche Richtung zum Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas. Die siebzehn Mitglieder des VOC-Hauptvorstandes hatten dort eine eigene und permanente Station errichten lassen. Nach etwa einem Monat segelten die Ostindienfahrer vom Kap der Guten Hoffnung zunächst in südliche Richtung bis zum 30. oder 40. Breitengrad. Nach etwa tausend Meilen in östlicher Richtung verlegten sie ihren Kurs nach Nord-Nordost und segelten auf die Sundastraße zu.
Die vier Kriege mit England (1652 - 1784) erschwerten immer wieder die Fahrten durch den Ärmelkanal nach Indonesien. Dennoch gewann der Handel mit orientalischen Gewürzen, indonesischen Textilien, chinesischem Tee und arabischem Kaffee in Europa immer mehr an Bedeutung. Nach 1774 erleichterte die Erfindung des Chronometers durch John Harrison die Überseefahrten. 1799 schließlich wurde die VOC aufgelöst.
Viele Feste
Einen kompletten Überblick über die Feste zum 400. Jubiläum und die Geschichte der Vereinigten Ostindischen Compagnie bietet die liebevoll und schön gestaltete website www.voc2002.nl - leider nur in niederländisch, aber das geht schon....
Das Schiffahrtsmuseum in Sneek hat eine schöne website unter www.friesscheepvaartmuseum.nl/
Informationen zum Tourismus allgemein bietet die site www.holland.com
Bis morgen, zur Folge über Lemmer, den Charme einiger Ijsselmeerhäfen und etlichen weiteren Tipps zu Themen rund um das Ijsselmeer im seglermagazin.de
Lesen sie dazu auch:
sowie
Ijsselmeer mit Chartertipps und News und Links


