Hanseboot IDM Match Race : Hahlbrock und Rast sind Deutsche Meister

04. Oktober 2005 - Es ging um die Krone des deutschen Match Race Segelns und es war spannend bis zum Schluss. Der leichte und drehende Wind hielt für die Segler einige Überraschungen bereit. Häufige Positionswechsel und enge Wendeduelle machten die Meisterschaft zu einem echten Krimi auf dem Wasser. Die Hamburgerin Silke Hahlbrock konnte im Finale gegen Ulrike Firk den internationalen Deutschen Match Race Meistertitel in der Frauenwertung gewinnen und der Schweizer Christopher Rast siegte in der Klasse der Männer gegen Vorjahressieger Andreas Willim aus Goltoft.

IDM Match Race (Foto © Mareike Guhr )

Die Deutsche Match Race Elite traf sich an diesem langen Wochenende auf der Hamburger Außenalster, um ihre Meister zu ermitteln. Denn erstmals wurde die deutsche Meisterschaft der Duell-Segler sowohl in einer Männer– als auch in einer eigenen Frauenwertung ausgesegelt. Insgesamt zehn Frauen- und fünfzehn Männerteams aus Deutschland, Österreich, Dänemark, Polen und der Schweiz kämpften in der Hansestadt um den begehrten Meistertitel. Bei der vom Hamburger Segelclub ausgerichteten Regatta wurde in Booten des Typs Streamline und bei den Damen zusätzlich in zwei Kielbooten vom Typ J 22 gesegelt.

 

Bei bestem Sonneschein und spätsommerlichen Temperaturen wurden den

Zuschauern bei sehr wechselhaften Segelbedingungen sportlich spannende

Matches geboten. Den erstmals getrennt ermittelten Frauentitel konnte die

21-jährige Hamburgerin Silke Hahlbrock mit ihrem Team ersegeln.

„Wir freuen uns vor allem dass wir hier auf unserem Heimatrevier gewinnen

konnten. Es war echt tricky mit dem Wind und beim Match Race kann alles

passieren, vor allem bei diesen Bedingungen. Ulrike war ein harter Gegner

und vor allem in der zweiten Wettfahrt des Finales war es noch einmal sehr

knapp als der Wind fast ganz einschlief, so die Siegerin. „Meine Crew hat

eine tollen Job gemacht, das ist bei den Booten besonders wichtig“,

resümiert die BWL-Studentin aus Hamburg.

 

Bei den Männern konnte sich das Schweizer Team um Christopher Rast

durchsetzen. „Es hat Spaß gemacht, auf der Alster zu segeln und wir sind

sehr glücklich, dass es nach dem missglückten Start im zweiten Rennen noch

geklappt hat“, so der Sieger aus Thun. Das erste Finalrennen konnte Rast für sich entscheiden, im zweiten allerdings blieb sein Boot mit dem Kiel in der

Starttonne hängen und so gewann Finalgegner Andreas Willim praktisch

kampflos das zweite Match. Dadurch wurde der dritte und letzte Lauf des

Männer-Finales zum Nerven zermürbenden Thriller. Eine „penalty“ (Strafe,

verhängt von der Jury für zu enges Wenden) kostete Willim dann den

Meistertitel. Der Vorjahressieger hat bereits drei Match Race Events in

diesem Jahr gewonnen und war als Favorit an den Start gegangen. „Es war eine ganz enge Entscheidung der Jury. Beide hätten locker gewinnen können, aber Rast ist ein hervorragender 49er Segler, kann mit den Streamlines verdammt gut umgehen und ist sehr gut gesegelt“, so Willim.

 

Den Kampf um den dritten Platz der Frauenwertung konnte nach einem

spannenden Kampf mit wechselnder Führung die Berlinerin Ulrike Schümann im „Petit Finale“ gegen Susanne Willim aus Goltoft für sich entscheiden.

Und bei den Männern setzte sich Carsten Kemmling aus Hamburg gegen Philipp Kadelbach aus Berlin durch und ersegelte Platz drei.

 

Auch Bildungs- und Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig kam am Nachmittag mit ihrem Mann an die Alster um die Duelle zu beobachten und ging sogar selbst aufs Wasser. In einem Drachen segelte die Senatorin rund um den Regatta-Kurs um sich das Geschehen aus der Nähe anzugucken.

 

„Die Finalrennen waren sehr spannend, aber auch quälend zu beobachten, vor allem als im letzten Rennen der Frauen kaum noch Wind wehte. Wir haben dem Hamburger Team um Silke Hahlbrock die Daumen gedrückt“, so Dinges-Dierig. Am Abend ehrte die Hamburger Senatorin die Sieger der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Match Race im Clubhaus des Hamburger Segel-Clubs auf der Gurlittinsel. „Für die Europameisterschaft im Match Race, die 2006 auf der Alster stattfindet, hoffe ich auf das gleiche gute Wetter, aber etwas mehr Wind“, so Dinges-Dierig.

 

„Die Windbedingungen waren schwierig, aber wir hatten wirklich Glück, so

dass wir trotz der vieler Flautenlöcher das Finale gerade noch im Zeitlimit

beenden konnten“, so Organisator Manuel Hünsch vom Hamburger Segel-Club. „Für die Europameisterschaft im kommenden Jahr sind wir jetzt bestens

vorbereitet“, fügte Hünsch an.

(Bericht: IDM Match Race - Mareike Guhr)

 

Ergebnisse IDM Match Race 2005

 

Frauen:

 

1. Silke Hahlbrock (Hamburg)/ Marion Rommel/ Maren Hahlbrock/ Bernadette

Zipfel

2. Ulrike Firk (Bordesholm)/ Petra Merbach/ Silke Mey/ Svantje Oldörp

3. Ulrike Schüman (Berlin)/ Runa Kappel/ Ute Höpfner

4. Suzanne Willim (Goltoft)/ Christine Wolf/ Katharina Ahrens/ Nina Schwall

5. Undine Hopsch (Berlin)/ Winnie Lippert/ Christina Erfurth/ Carolin Grosse

6. Anke Scheuermann/ Bea Marx/ Antonia Rieck/Christine Böger

 

Männer (Open):

 

1. Christopher Rast/ Alain Stettler/ Pascal Adler (SUI)

2. Andreas Willim (Goltoft)/ Helge Homann/ Chris Hartkopf

3. Carsten Kemmling (Hamburg)/ Peter Stein/ Kai Kemmling

4. Philipp Kadelbach (Berlin)/ Sven Bode/ Anne Koschinsky

5. Tino Ellegast (Bodensee)/ Hansi Ellegast/ Arne Gülzow

ebenso 5. Max Gurgel (Hamburg)/ Alexander Grimm/ Alexander Grote

 

Weitere Ergebnisse unter www.hsc-hamburg.org

 

 

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