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Klaus Hympendahl vor einem Tuch aus Tikopia, einem "Tapa", das aus der Rinde des Maulbeerbaums gewonnen wird. Auch die Paddel stammen von der Salomonen-Insel Tikopia. (Foto © Jo Achim Geschke) |
Er rechnet damit, dass das wirbelsturmsichere Haus aus Australien 35.000 Euro kosten wird, die er bis zum Sommer mit dem Verein sammeln will.
Der Häupling auf der Südseeinsel Tikopia, die gerade vom Hurrican verwüstet wurde, nimmt regelmäßig Herztabletten aus Düsseldorf. Geschickt vom Autor und Weltumsegler Hympendahl.
Kein Alkohol und keine Außenborder
Die Insel Tikopia hat wie die gesamten Salomonen kein Geld. Frühere angeblich sturmsichere Häuser nach westlichem Muster haben Hurricans wie 1991 "Tia" und jetzt "Zoe" einfach von den Südseeinseln geblasen. Es gibt allerdings ein neues, sicheres australisches Modell, weiß der Weltumsegler. Dessen Bestellung und Lieferung wird er noch vor dem Sommer persönlich überwachen und mit Fotos und Film dokumentieren.
Hympendahl ist ausgewiesener Kenner der Polynesier. 1996 hat er die Insel, 2.000 Seemeilen von Neuseeland entfernt, zum zweiten Mal besucht. Im Mai vergangenen Jahres war er wieder auf den Salomonen und hat in der Hauptstadt Honiara auf das Postschiff gewartet. Vergeblich. Der alte Kahn fuhr nicht - kein Geld für den Diesel.
Tikopia ist etwa 15 Quadratkilometer groß, dort leben nur rund 1.500 Polynesier. Und das ohne Strom. Vor einigen Jahren verbot der Rat der Häuptlinge auch Alkohol und Außenbordmotoren. Nachdem die Engländer die Inseln aus der Kolonialherrschaft entließen, lebten die Menschen auf Tikopia weiter wie ihre Vorfahren vom Fischen und den Feldfrüchten. Schon 1928 waren sie wegen ihrer ursprünglichen Lebensweise Mittelpunkt von antropologischen Forschungen, bis heute werden sie in Büchern und Berichten auf der ganzen Welt zitiert. "Eine Reise von Deutschland nach Tikopia dauert etwa 14 Tage", beschreibt der Weltumsegler die Abgeschiedenheit im Südseeparadies. Er hat wochenlang auf der Insel in einer Hütte gelebt, ist in der türkis-blauen Lagune getaucht, hat mit den Häuptlingen Freundschaft geschlossen.
Jetzt hatten sich die Einwohner vor dem Wirbelsturm in Höhlen geflüchtet. "Sie fürchten nicht mal den Hai - aber Hurricans. Die kennen sie seit Jahrhunderten und haben dafür Vorräte angelegt", schildert Hympendahl. "Yamswurzeln, Maniok und Bananen werden über dem Steinofen gegart und in Blätter eingewickelt, dann in Erdlöchern versenkt. Dort fermentieren sie und schmecken später etwa wie Käse."
Polynesier werden zwar nicht oft krank, weiss Hympendahl, aber kleine und größere Wunden werden beim Tauchen nach Fischen immer wieder infiziert und eitern. In der neuen Krankenstation soll zudem ein Geburtszimmer eingerichtet werden und zwei Räume für Bettlägerige. Auf Tikopia lebt eine ausgebildete Krankenschwester, die soll dort künftig wirken, wenn der Verein "Help Tikopia" das Geld zusammen hat und Hympendahl das Haus in Australien kauft und dorthin bringt. Bauen werden es die Polynesier selbst.
Spenden:
"Help Tikopia"
Konto 363 772 400
Dresdner Bank Düsseldorf
BLZ 300 800 00
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