Lebenslang Ehrenmitglieder
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Und dann kam diese Welle ... Erzählungen von der Weltregatta der "Illbruck", links Michael Illbruck, ganz rechts der Jan Wellem, das Düsseldorfer Geschenk für die siegreiche Crew (Foto © Jo Achim Geschke)
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Erwin überreichte einen kleinen silbernen Jan Wellem, Abbild des Reiterstandbilds vor dem Rathaus der Landeshauptstadt und eines der Wahrzeichen der Stadt. Den Herzog von Jülich und Berg, etwa einen Meter hoch, aber massiv und mit Granitsockel, mussten die Segler schließlich auch hochheben – was die vier Profisegler auch gemeinsam mit Michael Illbruck locker schafften. Schließlich haben sie mehr als acht Monate Zehnkampftraining auf der "härtesten Regatta der Welt" hinter sich ...
Dieser "unglaublich hart erarbeitete Sieg", so DYC-Vorsitzender Peter Strosek in seiner Laudatio, den mehr als 250 Mitglieder aus Düsseldorf und Umgebung in Kiel miterlebten, "hat uns alle mächtig stolz auf Sie gemacht", meinte Strosek. Fast alle hätten sie im Internet den Fortgang des Rennens um die Welt verfolgt, am Ziel in Kiel seien sogar Tränen geflossen.
"Segeln steht für Mut, Teamgeist, aber auch für Hightech und unberührte Natur", so Strosek – mit dem Erfolg habe Illbruck und sein Team im Geiste des Vaters, dem unvergessenen Willi Illbruck mit seiner "Pinta", neue Maßstäbe im Hochseesegeln gesetzt. Und Menschen wie Toni Kolb oder Michael Illbruck – dessen Kinder bereits im Opti segeln – bekämen Vorbildfunktionen.
Das Phänomen "Illbruck" beginnt zu wirken
Auch Oberbürgermeister Joachim Erwin lobte und ehrte die Segler – es dürfte das erste Mal gewesen sein, dass Segler, insbesondere Hochsee-Segler, in der Landeshauptstadt eine derart große Aufmerksamkeit und Ehrung erhalten haben. Das Phänomen "Illbruck" beginnt also fraglos zu wirken. Wieweit es weiter wirkt, ist auch von der Öffentlichkeitsarbeit der Vereine und Verbände abhängig, davon, dass sie Zeitungen und Fernsehen davon überzeugen, dass Segeln nicht mehr heisst: Der Kaiser segelt mit den Krupps – was viele ja noch zu glauben scheinen ... und das Sponsoren den sportlichen Wert von Hochsee-Regatten sogar noch steigern können.
Die Siegestrophäe des VOR (Foto © JA Geschke)
Wie Hochseesegeln, medial gut aufbereitet, alle in den Bann schlagen kann, zeigte der lange Film über die Illbruck und das Volvo-Ocean-Race, den auch die vielen Motorboot-Fahrer und nicht-segelnden Gäste im großen Saal der Düsseldorfer Messe sahen – und währenddessen atemlose Stille im Saal herrschte.
Nicht alle Crewmitglieder der "Illbruck" konnten zur Ehrung kommen: "Die Jungs sind jetzt acht Monate gesegelt, davor das Training – die müssen doch auch mal in ihre Heimat," meinte Michael "Illbruck" entschuldigend. Kostecki etwa habe seit vier Jahren ein Haus bei San Franzisko – das habe er seitdem etwa vier Wochen gesehen, warb Illbruck um Verständnis. Toni Kolb, der immer gutgelaunte Bootsbauer und Bowman, war in Bayern beim Fernsehen ..
Doch der baumlange "Stu" Banatyne, Ross Halcrow, Ray Davies und auch Michael Illbruck nahmen die Urkunden auch für die anderen entgegen: Sie sind jetzt alle lebenslange Ehrenmitglieder im Düsseldorfer Yachtclub. Der Vorsitzende des Seglerverbands NRW, Klaus-Dietrich Rosenfeld, überreichte Michael Illbruck und den Crewmitgliedern Bierseidel - für echt Düsseldorfer Alt.
In einer Podiums-Diskussion mit Moderator Christoph Schumann ließen die vier noch einmal die spannendsten und schönsten Momente der neun Etappen zum Sieg in Kiel vorüberziehen.
Lesen Sie dazu :
Das Volvo Ocean Race 2001 – 2002


