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Herbst-Stimmung auf dem Wattenmeer auf der Va bien (Foto © vabien) |
SA 28/09/2002 LEMMER-STAVOREN; NW2-4; 50% sonnig, teilweise stark bewölkt, ca.14°C, gute Sicht, 1025mbar ; ca.17sm
Kaum sind wir am Liegeplatz aus dem Auto ausgestiegen, verziehen sich die Wolken und die Herbstsonne wärmt noch ganz anständig. Trotz bewährter Arbeitsteilung zum Boot aufklaren und einkaufen brauchen wir - mit einigen Schaffenspäuschen?. - immerhin zum Segelsetzen bis halb drei. Es ist verwunderlich, wie es jeden Herbst so viele Spinnen jeder Grösse schaffen, sich unter jede Leine, Leiste oder Abdeckung zu mogeln. Kommen die alle über die Festmacher an Bord ?
Endlich verlassen wir den Hafen. Die Logge funktioniert auch erst wieder, nachdem wir den Geber einige Male im Rumpfflansch gedreht haben - ist wohl auch 'ne Spinne drin gelandet. Selten erreichen wir bei dem schlappen Wind mal die 5 Kn - und machen so erst bei Einbruch der Dunkelheit im Buitenhaven von Stavoren fest. Wegen allgemein einsetzender Trägheit bleibt nun der Kocher kalt und es gibt lediglich Dosenbier und -fisch.
Vlieland in Sicht ! (Foto © vabien)
SO 29/09/2002 STAVOREN-VLIELAND; SW 2-4, S drehend, sehr gute Sicht, 1027mbar, HW Harlingen 01:55 u. 14:25 (Zeiten aus dem Link www.getij.nl )
08:00 - 17:00; 36sm
Morgens klingelt nicht nur der Wecker viel zu früh - ist gestern wohl doch etwas später geworden - außerhalb des Schlafsackes ist es mit unter 10°C auch unangenehm kühl. Aber mit faulem Liegenbleiben kommt man nicht nach Vlieland. So verlassen wir bald den Hafen noch ohne Frühstück, und bei schwachem raumen Wind segeln wir nach Norden. Ab der Schleuse Kornwerderzand kommt endlich die Sonne raus und es wird richtig warm im Pullover. Mit auflaufendem Wasser gehts nach Harlingen und mit dem dort einsetzenden Ebbstrom weiter mit passendem Wind nach Vlieland.
Im Vergleich zu Anfang Oktober letzten Jahres ist diesmal verhältnismäßig viel Betrieb im Hafen, trotzdem bleibt die im Sommer obligatorische Päckchenbildung aus. Abends gehts dann noch in den Ort zum "Zeeman", den wir aber wegen schockierender Eurobierpreisgestaltung bald wieder verlassen.
Der Liegeplatz der "va bien" in Vlieland (rechts im Foto) (Foto © vabien)
MO 30.09. VLIELAND-VLIELAND; S-SW 3-4, 100% Sonne; gute Sicht, 1026mbar, ca.18°C, HW Harlingen 02:35 u. 15:05, 13 ? 19 h, 32sm
Heute beginnt der Tag schon mit allerbestem Herbstwetter, nach ausgedehntem Frühstück, Rumgehänge und (etwas kühlem) Sonnenbad laufen wir aus. Bei dem schönen Wetter muss man einfach segeln. Durchs Zeegat gelangen schnell auf die Nordsee. Unser angepeiltes Ziel ist eine etwa 10sm vor der Küste gelegene Bohrinsel. Weil aber die Lust am einfach-nur-segeln gegenüber genauem kurshalten , sowie das Interesse an frischer Markrele auf Schwarzbrot mit Zwiebel und der unaufschiebbar einsetzende Gezeitenstrom überwiegen, wenden wir etwa 4 sm vor dem stählerndem Koloss.
Auf dem Rückweg kreuzen wir vom Zeegat bis zum Hafen Vlieland lange gegen den mittlerweile schon stark laufenden Vlietstroom an. Dabei ist pro Schlag nur wenige Meter an Höhe zu gewinnen. Freundlich angebotene Schlepphilfe müssen wir ablehnen, wir wollen einfach nur bis zum Hafen segeln. Zurück in Vlielandhaven gehts dann mit Riesenhunger an selbstgegrilltes Schweinefilets mit Knoblauchbohnen und Reis. Abends wirds dann noch mal ziemlich spät.
DI 1.10. VLIELAND-BREEZANDDIJK; S-SE1-4 (eigentlich 4-1), 75%Sonne, 18°c, mäßige Sicht, 1024mbar, HW Harlingen 16:45 -13:00 - 20:00 35sm, ca.2,5h Jockel (Diesel)
Morgens nach dem Frühstück - Thomas trinkt nur noch Tee, scheint sich ernsthaft den Magen verdorben zu haben - starten wir dann zum schönen Vlieländer Leuchtturm wandern durch den Wald zurück zum Hafen. Etwa vier Stunden vor Hochwasser verlassen wir Vlieland Richtung Harlingen, nun läuft der Strom am schnellsten mit uns und sorgt so noch für eine flotte Überfahrt. Mit immer schwächer werdendem Wind biegen wir vor Harlingen nach Kornwerderzand ab. Mit nun schwachem Gegenstrom lässt sich bald keine Fahrt mehr über Grund machen und wir lassen den Diesel mitschieben. Gegen 18:00 erreichen wir die Schleuse und das Ijsselmeer wieder. Weiter gehts nach Breezanddijk. Dem ruhigen Hafen mitten am Abschlußdeich mit einem etwas morbiden und leicht trostlosen Charme. Endlich kommt auch mal wieder unser Fenderbrett zu Einsatz, an einem rottigen, alten und hohem Bollwerk machen wir fest. Nach dem Kochen kriechen wir früh in die Schlafsäcke.
MI 2.10. BREEZANDDIJK-LEMMER;SE 3-4 später beinahe Flaute aus s-ssw, 75% Sonne, aber mäßige Sicht später stark diesig, 1017mbar - 9:00 - 18:00 44sm, ca.3h Jockel
Morgens werden wir früh durch die Wellen einiger Marinelandungsboote im Hafenbecken geweckt - von wegen ruhiger Hafen. Der Wind kommt entgegen der Vorhersage S immer noch aus SE. Nach einigen Tassen Kaffee - Thomas mit Tee - kreuzen wir übers leicht diesige Ijsselmeer. Ständig weiterfallendes Barometer, einschlafender Wind und zunehmend schlechte Sicht ändert unser Ziel am späten Nachmittag direkt nach Lemmer. Die letzten Stunden fahren wir unter Motor südlich der friesischen Küste direkt auf Lemmer zu und fangen bereits mit den Vorbereitungen fürs Winterlager an.
Weil Thomas sich noch in der Apotheke ein med. "Verdikkings- en Klontermiddel" besorgen will, passieren wir die Hafeneinfahrt Lemmer, etwa 15m innerhalb des Fahrwassers an der letzten BB-Spiere gegenüber vom Hafen Friese-Hoek mit 6Knoten - und haben kurz eine harte Grundberührung. Die "va bien" rutscht aber ohne Schaden über die Untiefe hinweg. Möglicherweise entstehen diese flachen Stellen durch das Schraubenwasser der hier häufig drehenden Berufsschiffahrt, in der Nähe dieser Stelle hat eine Mitseglerin vor einigen Jahren schon mal ordentlich festgesessen. Wie auch immer - die Apotheke war schon zu. Abends gehts dann in die Shoarmabude von Lemmer. Wieder haben wir mit dem Wetter zu dieser Jahreszeit richtig Glück gehabt, zwar diesmal mit etwas wenig Wind, aber dafür viel Sonne. Und die ersten Regentropfen dieser Woche fielen erst am späten Abend.


