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Überschlug sich in der Nacht 25 Meilen vor der französischen Küste: Groupama mit Skipper Franck Cammas ( Foto Yavann Zedda / groupama) |
Die großen und extrem schnellen 60-Fuß ORMA Trimarane sind Sonntag Mittag mit einer nie gesehenen Flotte von 18 Dreibeinen nun auf dem Weg in die Karibik gegangen. Am Abend meldete Karine Fauconnier vom Tri "Sergio Tacchini" über Funk, dass Cammas sich überschlagen habe. Sie hatte Kontakt mit ihm über Funk gehabt. Cammas hatte auf Groupama sofort seine Seenotboje aktiviert, dadurch wurde die Küstenwache alarmiert. Jean Le Cam (Bonduelle), der den kopfüber triebenden Tri rammte, segelte zunächst um den gekenterten Tri herum. Dann meldete er einen Schaden am Steuerbord-Schwimmer. Er versuchte, Brest oder Port la Foret anzulaufen und hoffte, das er dies auf dem (intakten) Backbord-Bug schaffen konnte. Cammas mit Groupama gehörte zu den hohen favoriten der Route du Rhum und lag an zweiter Stelle hinter Fujifilm. Cammas ist, wie die Rennzentrale um 22:30 Uhr meldete, nicht in unmittelbarer Gefahr Ein Hubschrauber kreiste gestern nacht über dem gekenterten Tri. Über Funk wurde angefragt, ob Cammas an Bord bleiben wolle und auf einen Schlepper warten oder vom heli abgeborgen werden wollte. Er blieb an Bord mit einem der Retter und wartete gegen 23 Uhr darauf, nach Roscoff abgeschleppt zu werden.
Die 18 Meter langen und 17,50 Meter breiten Renn-Tris sind schwer zu steuern – wenn sie in falschem Winkel in eine Welle rammen, können sie von 25 Knoten auf Null abgebremst auch kentern. Allerdings – so hoffen wir – sind die Skipper mit dieser Situation zumindest mental vertraut.
An der Spitze der Einrumpf- Open60's lagen gestern Abend Roland Jourdain (Sill) vor Mike Golding (Ecover) und Ellen MacArthur (Kingfisher) sowie Jean Pierre Dick (Virbac) und dem Schweizer Dominique Wavre (Temenos). Zwischen dem Ersten und dem Letzten dieser Gruppe im Atlantik liegen gerade mal 14 Seemeilen Distanz – sie haben noch 3365 Meilen vor sich ... Der 71-jährige Mike Birch, Gewinner der ersten Route du Rhum 1978, segelt auf dem hervorragenden achten Platz in den Atlantik!
Die Multis:
Mit gerefftem Groß und kleinerer Fock gingen am Sonntag die 18 Meter langen ( und fast genau so breiten!) Trimarane der schnellsten Spitzensegler in der Hochsee-Szene an den Start. Nach der ersten Tonnen, der einzigen Wegmarke vor Guadeloupe, führte der hohe Favorit Loick Peyron auf Fujifilm vor Franck Cammas auf Groupama, dann "Biscuits La Trinitaine – Ethypharm" mit Marc Guillemot, Yavan Bourgnon auf Rexona Men, Weltrekordhalter gegen Strom und Wind Philippe Monnet auf Sopra Group an sechster, Alain Gautier auf Foncia 7. und die einzige Frau im Tri-Zirkus, Karine Fauconnier auf Sergio Tacchini auf Platz zehn.
Delphine und Mistwetter
Ellen MacArthur duellierte sich mit dem (an Land guten Freund) Roland Jourdain auf Sill beim Start wie beim America's Cup und ging mit einer halben Bootslänge als erste über die Linie. Beide hatten drei Reffs im Groß und die kleine Fock draußen. danach ging es durch starken Schiffsverkehr und raue See durch den Kanal vor der Bretagne. "Die Nacht war sehr ungemütlich mit 25 Knoten Wind, wir knallten eine Weile herum", funkte die Britin. Eine Schiff sei ihr sehr nah gekommen, sie habe zudem nur eine Stunde Schlaf in der ganzen Nacht gehabt. Der Wind legte ausgangs Ushant am bretonischen Kap noch zu, mit Böen bis 35 Knoten. "Zwei Delphine schwammen mit mir mit, um ehrlich zu sein, das war das einzig schöne bisher. Es ist alles grau, nass und sehr ungemütlich hier. Morgen soll der Wind noch zunehmen ..."
Ihr Teamkamerad vom "Offshore Sailing Team" Nick Moloney auf Ashfield Healthcare", führt die Flotte der 50-Fuß-Monos an. Sein großer Konkurrent ist Yannick Bestaven auf "Républik Dominicaine" – er musste am Start zurück, sein Großsegel reparieren, und startete erste gegen 18 statt um 13:45 Uhr . Und liegt jetzt – auf Platz 3!! Sein Boot ist für Am-Wind-Kurse hervorragend geeignet.
MacArthur auf Kingfisher muss sich jetzt wie alle anderen entscheiden, ob sie die nördliche oder die südliche Route nimmt Entscheidend dabei ist das Azoren-Hoch – und das ist zurzeit so instabil, dass eine Entscheidung sehr schwer fällt.
Den Rekord der Tris hält Laurent Bourgnon (Primagaz) 1998 mit einen Schnitt auf seiner Route von 14 Knoten! Er brauchte für die Strecke in die Karibik 12 Tage, 8 Stunden und 41 Minuten. Die heutigen Tris müssen auf der direkten Route einen Schnitt von 11,92 Knoten vorlegen ... nun ja .
Lesen Sie dazu:
Transatlantik, dem Rum hinterher mit der Vorstellung der prominentesten Teilnehmer
Die website der Route du Rhum:
www.routedurhum.org in Französisch und Englisch.
Fakten der Route du Rhum


