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Wilfried Erdmann signiert auf der boot sein Buch für Journalisten. (Foto © Jo Achim Geschke) |
In England wäre er schon geadelt, in Frankreich zum Staatspräsidenten eingeladen - in Deutschland ist er noch immer einer der Unbekannten, trotz einiger Fernseh-Aufritte. Bisher hatten nur vier diese Tour und Tortur geschafft: gegen die vorherrschenden Westwinde und Ströme um den Globus, das heisst den größten Teil der Strecke durch den südlichen Ozean. Immer gegenan. Am Wind bolzend, oder auf Drift, unter Sturmsegel und weggenommenem Groß, weil der Sturm zu stark wird.
Erdmann ist nicht nur der erste Deutsche, der es schaffte - er hatte auch das kleinste Boot für diese Tour. Und er ist der älteste. Philip Monnet etwa, der französische Extremsegler, der die Erde 2000 gegenan als bisher schnellster umrundete, schaffte das in einem Open 60, einer Rennyacht. Auch Vorgänger Mike Golding hatte ein wesentlich größeres Boot.
Erdmanns in Norderney gebaute Aluminium-Yacht stand nach der ersten Einhand- Nonstopp-Umrundung sogar lange Zeit im Garten in Schleswig-Holstein, bevor sie wieder fit gemacht wurde für die zweite Runde um den Globus. Am 23. Juli 2001 lief der Segler Erdmann mit einem tadellosen Schiff in Cuxhaven ein.
Bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Boot war Erdmann der Ehrengast. Vor Journalisten aus ganz Deutschland und dem Ausland las er einen kurzen Abschnitt aus seinem 312-Seiten-Buch und zeigte noch einen kurzen Ausschnitt aus dem dazu gehörigen Video. Im Hintergrund, an einem der Tische, seine Frau Astrid Erdmann. Sohn Kym, der schon als kleiner Junge mit den Eltern in der Südsee gesegelt war, und Erdmann bei seiner Erdumrundung "falsch herum" im südlichen Ozean fotografiert hatte, kommt in den nächsten Tagen zur boot.
Erdmann wäre nicht Erdmann, wenn er in seinem Buch nicht auch seine seelischen Nöte bei dieser härtesten Herausforderung eines Einhand-Seglers schilderte. Seine Yacht "Kathena Nui" steht in Halle 16 / Stand A59.
seglermagazin.de wird das druckfrische Buch in den nächsten Tagen ausführlich rezensieren.
Wilfried Erdmann, "Allein gegen den Wind", 312 Seiten, 67 Farbfotos, und 38 schwarzweiß-Fotos und Karten, gebunden
Verlag Delius und Klasing,
22,90 Euro


